
Bikepacking Mode on…
Für die zweimonatige Kaukasusdurchquerung im Bikerafting Modus fiel unsere Wahl auf das Gravelbike von Velotraum, den Speedster S4. Ein stabiles Gravelbike mit Rohloff Speedhub bei dem wir auch im alpinen Gelände im Kaukasus vor keiner Abfahrt zurückschrecken mussten. Breite Reifen, breiter Lenker mit mega flare und die wartungsfreie Rohloff Schaltung – so muss das aussehen, wenn zwei Mountainbikerinnen zum Graveln kommen.

Velotraum Speedster S4
Mit dem Umstieg auf ein Gravelbike wagen wir uns in unbekanntes Terrain vor. Aber schnell lernen wir die Eigenschaften, die unsere neuen Bikes von unseren Reiserädern unterscheiden, zu schätzen.
Die Aluvariante des Speedster (Rahmengröße S) macht einen schlanken Fuß und ist samt Gepäckträger mit etwa 11kg auch um ein Eckhaus leichter als der robuste Finder, mit dem wir von Kapstadt nach Wien geradelt sind…
…und es ginge noch leichter, wenn da nicht der etwas ins Gewicht fallende Klassiker unter den Nabenschaltungen dran wäre. Aber auf den Rohloff Speedhub 14 wollen wir im Sinne des geringen Wartungsaufwandes und minimierten Pannenrisikos wirklich nicht verzichten – auch wenn für unser spezielles Setup (Gravel-Lenker + Rohloff) eine kleine Adaption notwendig war:
Die Rohbox der Firma Gebla macht die Ansteuerung der Getriebenabe vom Gravellenker aus möglich. Anstatt eines Drehgriffs können wir so herkömmliche Shimano GRX-Bremsschalthebel benutzen – einen zum Raufschalten, einen zum Runterschalten.
Der breite Gravellenker mit viel Flare (Ritchey, Beacon Comp, 440mm) bietet unterschiedliche Griffmöglichkeiten – auch beim Schieben – und Stabilität in kniffligen Passagen, ist aber schmal genug für Engstellen und beim Überholen!
Die für Gravelverhältnisse eher breiten Reifen (Continental Cross King, 55-584) auf entsprechend breiten Felgen (DT Swiss, 584-25) und Flat Pedals (Shimano PD-GR500L) bedienen unsere Mountainbikeansprüche und sorgen für Traktion in schottrigen Flussbetten, auf grölligen Bergflanken und erdigen Singletrails.





Wir fahren nach wie vor mit Kette statt Riemen und Schlauch statt Tubeless. Wir wollen unsere Räder in beiden Bereichen unabhängig von Werkstätten oder Postsendungen wieder fit bekommen und da überzeugen – auch bzgl. Packmaß – ein Kettenverschlussglied und ein paar Flicken eher, als ein schwer erhältlicher Ersatzriemen und voluminöser -schlauch (ganz zu schweigen von Milch und Kompressorpumpe).
Wir haben dem Setup einen robusten Gepäckträger und optional einen Lowrider von Tubus hinzugefügt, um bei Bedarf auch mal wieder viel Gepäck anbringen zu können, aber auf einen Seitenständer verzichtet.
Unsere Fahrräder werden uns von der Firma Velotraum zur Verfügung gestellt, deren Produkte inklusive Beratung und Bike-Konfiguration in Wien von Ciclopia vertrieben werden.

Bikepacking Setup
Das Taschensortiment auf unseren Gravelbikes entspricht dem klassischen Bikepacking Setup von Ortlieb. Wir wollen und müssen diesmal für manche fordernden Streckenabschnitte so leicht wie möglich unterwegs sein…
Je sechs Taschen mit einem Gesamtvolumen von etwa 42-43 Litern zieren unsere Räder. Auf Tanjas Bike ist die „Dark Sand“ Linie unterwegs, Johanna setzt auf elegantes Schwarz (mit einem etwas größeren Framepack).

Wir haben bei allen Taschen (Framepack, Lenkertasche, Arschrakete und Forkpacks) auf den bewährten Rollverschluss gesetzt, da mit diesem das jeweilige Taschenvolumen flexibel erweitert bzw. verringert werden kann.

Unsere Packrafts fanden ihren Platz in einem zusätzlichen Drybag auf dem Gepäckträger, der während der Paddelabschnitte auch gleich Stauraum für Wertsachen im Boot war.

Fuel Pack 1l
Handlebar Pack 11l
2 Fork Packs je 5,8l
Frame Pack 4l bzw. 3l
Seat Pack 16,5l (Arschrakete)
Drybag 22l

Da hat unser mehr als 100 Liter fassendes Reiserad-Setup für den längsten Heimweg unseres Lebens schon recht anders ausgesehen…
Sämtliche Taschen wurden uns von Ortlieb in Zusammenarbeit mit der Firma Funbike zur Verfügung gestellt.
